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Jeanine Ammann

Ein unbändiges Interesse für die Forschung

Während und nach dem Master-Abschluss an der ETH Zürich arbeitete SVIAL-Kommissionsmitglied Jeanine Ammann bei der Migros. Dort sammelte sie in unterschiedlichen Betrieben und Funktionen interessante Erfahrungen von der Bäckerei bis ins Labor. Nach einigen Jahren Berufserfahrung zog es die Forschernatur aber zurück an die ETH Zürich für ein Doktorat im Bereich der Konsumentenforschung. Dabei entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Forschung. Heute forscht sie bei der Agroscope, wo sie sich mit den Herausforderungen des Ernährungssystems befasst.

Jeanine Ammann begann 2008 direkt nach der Matura mit dem Studium der Lebensmittelwissenschaften an der ETH Zürich. Nach dem Bachelorabschluss im Jahr 2011 absolvierte sie ein Praktikum in der Qualitätssicherung bei der JOWA AG, wo sie während einem Jahr sehr viele Erfahrungen in den unterschiedlichen Bereichen der Qualitätssicherung sammeln konnte. Dort führte sie später auch die Masterarbeit durch, die eine Industriezusammenarbeit zwischen der ETH Zürich und JOWA AG zum Thema Retrogradation von Brot war. In der JOWA AG unter fachkundiger Anweisung Brot zu backen, um es dann an den darauffolgenden Tagen genau zu analysieren und die Brotalterung zu messen, war eine bereichernde Erfahrung. Hierbei konnte sie das theoretische Wissen aus dem Studium auf ein Problem der Praxis anwenden. Begleitend zum Masterstudium arbeitete sie später als studentische Aushilfskraft bei der SQTS, dem früheren Migros-Labor. Dort gelang ihr nach dem Abschluss auch der Einstieg ins Berufsleben. In dieser abwechslungsreichen Tätigkeit konnte sie wertvolle Erfahrungen im Kontakt mit Kunden und bei verschiedenen Arbeiten im Labor sammeln.

Die Leidenschaft für die Forschung

Ihre Forschernatur zog Jeanine Ammann nach ein paar Jahren in der Industrie wieder zurück an die ETH Zürich, wo sie in Konsumentenverhalten promoviert hat. Da konnte sie ihre naturwissenschaftliche Ausbildung mit sozialwissenschaftlichen Methoden ergänzen und während drei Jahren die Ekelemotion und deren Auswirkungen auf unser Verhalten (z.B. Hygiene- oder Food Waste Verhalten) erforschen. Aktuell forscht sie bei der Agroscope, wo sie mittels sozialwissenschaftlicher Methoden die Nachhaltigkeit im Schweizer Ernährungssystem untersucht. In dieser spannenden und abwechslungsreichen Tätigkeit fokussiert sie insbesondere auf die Schwerpunktthemen Smart Farming und nachhaltige Ernährung. In Zusammenarbeit mit der ETH Zürich betreut sie auch weiterhin Masterarbeiten, was den Austausch mit jungen Forschenden sicherstellt.

Begeisterung für Nachhaltigkeit geht über das Ernährungssystem und den Beruf hinaus

Jeanine Ammann war schon früh eine leidenschaftliche Gärtnerin mit grossem Interesse für Nachhaltigkeit. Das spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Studiums. Ihren kleinen Garten in Bern gestaltet sie gemeinsam mit ihrem Ehemann immer mehr zu einem Naturgarten um, der in sich einen Kreislauf und eine Heimat für einige Tiere und Pflanzen bildet. Auch in der Freizeit ist sie gerne in der Natur unterwegs und erkundet am liebsten neue Wälder, Hügel und Täler auf dem Bike. Jeanine Ammann zudem Mitglied der neuen Kommission des SVIAL. Was sie dazu bewegt hat und was sie sich in Zukunft vom Verband wünscht, erzählt sie im Interview.

Du bist in der neuen Kommission des SVIAL mit dabei. Was hat dich dazu bewogen, dich für dieses Netzwerk zu engagieren?

Ich bin schon seit dem Studium Mitglied beim SVIAL. Immer wieder habe ich an Veranstaltungen wie den Berufsvorträgen, Ausflügen oder damals der Diskussion zur neuen Ausrichtung des SVIAL teilgenommen. Den aktiven Einstieg hatte ich bisher aber noch nicht so richtig gefunden. Als ich dann für die Kommission angefragt wurde, hat das perfekt gepasst, um endlich aktiv zu werden und dem Verband etwas zurückzugeben. Ich möchte gerne dazu beitragen, dass es im Verband eine grössere Durchmischung von Alter und Geschlecht gibt und spezifisch auch jungen, berufstätigen Frauen eine Stimme geben.

Was kann der SVIAL zur Entwicklung der Agro-Food-Branche beitragen?

Die grosse Stärke des SVIALs ist in meinen Augen sein Netzwerk. Dieses kann er nutzen, um verschiedene Player von der landwirtschaftlichen Produktion über die Industrie bis hin zu den Konsument:innen zu vernetzen. Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können und das Ernährungssystem nachhaltig zu transformieren, ist die Zusammenarbeit der Branchen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein zentrales Element. Genau hier kann der SVIAL eine Schlüsselrolle einnehmen und dazu beitragen, dass sich die Player finden und hinter eine gemeinsame Vision stellen.

Was wünscht du dir vom SVIAL?

Ich wünsche mir, dass der SVIAL in Zukunft stärker kommuniziert. Der SVIAL hat eine zentrale Rolle als Vernetzer in der Branche und sollte seine Strategie entsprechend ausformulieren und kundtun. So kann er auch künftig dazu beitragen, dass sich hier Berufsleute über die Branchen hinweg zu Hause fühlen, austauschen und vernetzen können. Insbesondere auch junge Berufstätige können sich über die Plattformen des SVIALs vernetzen und austauschen und gegenseitig von den Erfahrungen profitieren. Neben den fachlichen Aspekten wie beispielsweise den tollen Firmenbesuchen fände ich auch einen allgemeineren Austausch zu Werdegängen, Branchenwechseln oder branchenüblichen Lohnbändern wertvoll. Ich freue mich auf jeden Fall auf die gemeinsame Zukunft.